Dienstag, 7. September 2010

... Eurotours: Zypern, ich komme!

So, heute ist es soweit: Meine Reise nach Zypern geht um 16:40 los. In der letzten Woche hat sich so wahnsinnig viel ergeben, dass ich schonmal einen ziemlich straffen Zeitplan habe, aber ich freue mich sehr darauf. Ich freue mich auf die vielfältigsten Eindrücke, Menschen, Situationen und Gespräche, die sich mir bieten werden.

Heute Abend werde ich erstmal in Larnaca ankommen, mir ein Mietauto schnappen und mich an den zypriotischen Linksverkehr gewöhnen. Es sind etwa 45 Kilometer vom Flughafen in die Hauptstadt Nicosia, da kann ich auf der Autobahn schon mal üben.

Morgen, am 8. September gehts gleich mal um 9:00 los, da treff ich Tomas Dano, den Military Public Information Officer der UN in Zypern. Auch hier ist mein Zeitplan sehr straff; ich bin ab 10:00 bei Friedensgesprächen dabei (wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass das ernsthaft eintritt), treffe Blauhelme und werde mich mal über die Grenzsituation informieren. Danach geht's los nach Pyla, das von mir schon oft erwähnte einzige Dorf, wo griechische und türkische Zyprioten nicht mit-, aber nebeneinander leben. Auch dort werde ich Polizeitstation etc. besuchen und (wenn möglich) sowohl mit türkischen, als auch mit griechischen Militärs sprechen, die dort stationiert sind. Das Highlight wird aber mein Gang durch dieses Dorf, wo ich mir genau ansehe, wie sich die Menschen verhalten, wie sie sich gegenseitig sehen etc - ein Lokalaugenschein also.
Abends gehe ich mit Christine Wendl, der österreichischen Konsulin in Zypern, Abendessen.

Am Donnerstag besuche ich in der Früh die NGO KISA, die sich mit Migrationsthemen befasst. Dort werde ich wohl mehr über die schlimmen Bedingungen der Flüchtlingslager erfahren und vielleicht sogar eines besuchen, wenn es die Zeit erlaubt. Danach werde ich mit der Familie von Aphrodite telefonieren und versuchen, einige von ihnen zu treffen. Ich bin sehr gespannt, was hier alles rauskommt, sie haben mir viel versprochen; beispielsweise mir den Kontakt zu einem türkischen Journalisten herzustellen oder mit mir in das Dorf zu dem Haus fahren, aus dem ihre Familie vertrieben wurde.

Am Freitag habe ich ein Interview mit dem Senior Lecturer der Cyprus University of Technology, Marios Kassinopoulos. Mit ihm werde ich über Migration und Fachkräftemangel sprechen bzw. über Dinge, die mir bis dahin in den Sinn gekommen sind.

Samstag Nachmittag geht die Reise wieder zurück nach Wien, ich habe also 3,5 Tage, um wirklich zu recherchieren. Ich hätte eventuell auch noch die Möglichkeit, mich mit einem "gemischten" Pärchen zu treffen, sie ist griechische Zypriotin, er türkischer Zypriot. Auch das wäre sehr interessant zu erfahren, ob das Umfeld Probleme damit hat und die Geschichte à la Romeo und Julia wiederholt wird oder ob das eine völlig normale Situation ist. Ich bin gespannt.

Mal sehen ob ich meine ambitionierten Pläne alle umsetzen kann, aber ich denke schon. Ich werde ja sehen, welche Gespräche, welche Termine nützlich sind und welche nicht. Aber keine Sorge, ich habe immer Peter Linden und den Kontrast im Kopf.

2 Kommentare:

  1. hallo kollegin aus dem fernen wien, als deutscher journalist auf zypern (allerdings weniger zu den pol. problemen hier) drücke ich ihnen für die sicherlich spannenden recherchen die daumen. habe sie auf twitter "entdeckt"; bin dort "zypzyp". hier mein bildblog zu zypernthemen: www.zypern.1000.blogspot.com herzliche grüße aus pomos. hwo

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